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28.08.2026 17:39 Neue Features

Sommerpause - nicht bei MEIDOK

Auch wenn es in den letzten Wochen unfassbar heiß war und man manchmal auf vieles Lust hatte, aber nicht aufs Programmieren, so ist in den letzten Tagen und Wochen einiges passiert bei MEIDOK.

Wir haben die Grundmauern verstärkt, während Ihr im Haus gewohnt habt

Eine Software, die im Einsatz mitfährt, darf sich nicht verhalten wie eine Baustelle. Also haben wir das Fundament angefasst: die Rechteschicht neu gedacht, Bereiche und Ortsvereine sauber voneinander getrennt, die Oberfläche auf einen einheitlichen Satz von Gestaltungsregeln gezogen, Sicherheitsprüfungen durchlaufen und die Dokumentation auf den Stand gebracht, den der neue europäische Rechtsrahmen für vernetzte Produkte von uns verlangt.

Das sind Arbeiten, die niemand bejubelt. Sie sind trotzdem der Grund, warum das, was jetzt kommt, überhaupt möglich ist – und warum es später nicht bei jedem neuen Vorhaben wieder von vorn losgeht. Wir haben uns bewusst die Zeit genommen, es einmal richtig zu machen, statt dreimal schnell.

Updates, die den Weg zu Euch selbst finden

Das größte dieser unsichtbaren Vorhaben ist unser Selfupdate-Ökosystem. Bisher galt: Jede Instanz will einzeln versorgt werden. Bei einer Handvoll Installationen geht das. Bei vielen wird es zu einem Abend, den niemand haben will – und zu einem Risiko, das niemand haben darf.

Heute läuft das anders. Sobald ein Release fertig gebaut und geprüft ist, wandert es über unsere Transfer-Pipeline in eine europäische Infrastruktur bei Scaleway. Von dort holen sich die Instanzen ihre neue Version selbst ab – angestoßen aus einem zentralen Instrument in unserer Verwaltung, das uns auf einen Blick zeigt, welcher Verband gerade auf welchem Stand ist, welches Update läuft, welches gemeldet hat, dass es sauber durchgelaufen ist. Ein Wachhund im Hintergrund merkt sich, wenn etwas hängen bleibt, und sagt Bescheid, statt es zu verschweigen.

Besonders stolz sind wir auf die Update-Ringe. Ein neues Release geht nicht an alle gleichzeitig, sondern in Wellen: erst der Canary-Ring – eine kleine, mutige Vorhut –, dann die frühen Anwender, dann die breite Masse, dann die letzten. Und ein Ring öffnet sich erst, wenn der Ring davor sein „Alles gut“ gemeldet hat. Sollte doch einmal etwas schieflaufen, betrifft es eine überschaubare Zahl von Instanzen und nicht alle auf einmal. Das ist kein Deko-Feature, sondern gelebte Vorsicht: Wir bringen Sicherheitsaktualisierungen nachweisbar und kontrolliert in die Fläche – und können jederzeit belegen, wer wann was bekommen hat.

Ein Baukasten statt eines Monolithen

Parallel dazu haben wir MEIDOK in Module zerlegt. Das klingt technisch, ist aber vor allem eine Haltung: Nicht jeder Verband braucht alles, und niemand sollte für Funktionen bezahlen oder sich durch Menüpunkte klicken müssen, die er nie benutzt.

Jede Instanz bekommt deshalb genau den Zuschnitt, der zu ihr passt. Der eine Kreisverband arbeitet mit der Dienstplanung, der nächste legt Wert auf die Statistik, der dritte führt strukturierte Peer Reviews seiner Einsatzprotokolle ein – und der vierte fängt bewusst klein an und wächst später hinein. Ein weiterer Satz an Modulen liegt bereits im Regal; wir stellen sie vor, wenn sie so weit sind.

Der schöne Teil daran: Die Freischaltung passiert zentral, ohne Update, ohne Wartungsfenster, ohne Technikertermin. Wir setzen einen Schalter, die Instanz holt sich die Information beim nächsten Herzschlag ab – und die Funktion ist da. Oder eben nicht, wenn sie nicht gebraucht wird. Ein Verband ohne ein bestimmtes Modul verhält sich exakt so wie vorher: keine grauen Knöpfe, keine Werbeflächen, keine Erinnerungen. Wir finden, so gehört sich das.

Und weil wir gerade dabei sind: Das Backend bekommt ein neues Gesicht

Fast zwei Jahre Entwicklung hinterlassen Spuren. Wenn Woche für Woche etwas Neues dazukommt, entstehen ganz nebenbei drei Varianten desselben Knopfes, vier Arten, einen Status anzuzeigen, und Masken, denen man ansieht, in welchem Quartal sie gebaut wurden. Kaputt ist davon nichts. Schön ist es trotzdem nicht.

Also haben wir uns hingesetzt und einmal alles durchgeschaut: jede Liste, jede Detailseite, jedes Formular. Was doppelt war, wird eins. Was krumm gewachsen ist, wird geradegezogen. Und aus dem Wildwuchs wird ein sauberer Baukasten aus wenigen Bausteinen, die überall gleich aussehen und sich überall gleich verhalten – was nebenbei dafür sorgt, dass eine Verbesserung künftig an einer Stelle passiert und nicht an fünfundvierzig.

Und ja: Es ist richtig cool geworden. Die Farben kommen direkt aus unserem Logo, die Überschriften stehen in Outfit, der Fließtext in Nunito – dieselben Schriften wie hier auf der Website, von unseren eigenen Servern ausgeliefert statt von einem fremden CDN. Status heißt künftig immer Punkt plus Wort, auf Lesbarkeit geprüft, damit man ihn auch im Sonnenlicht vor der Wache noch erkennt. Alles Zeitgestempelte – Maßnahmen im Protokoll, Einträge im Wachtagebuch – läuft auf einer gemeinsamen Zeitachse. Und der Weg eines Einsatzes vom Entwurf bis ins Archiv wird als Leiste sichtbar, statt in einem Statusfeld zu verschwinden.

Auf zwei Dinge freuen wir uns besonders. Erstens: einen Dunkelmodus, von Anfang an mitgedacht und nicht hinterher drübergebügelt – Nachtschicht ist Nachtschicht. Zweitens: Euer Verband trägt künftig seine eigene Farbe. Die Hausfarbe färbt die Oberfläche, ohne dass dabei die Statusfarben durcheinandergeraten – „abgeschlossen“ bleibt grün, egal wie Eure Marke aussieht.

Und jetzt das große Ding: die Dienstplanung

MEIDOK kommt vom Einsatz her. Die Dokumentation am Patienten, das Protokoll, die Auswertung, die kollegiale Nachschau – das ist unsere Heimat, und darin sind wir richtig gut. Was bisher fehlte, ist alles um den Dienst herum: die Anfrage des Veranstalters, die Bemessung des Bedarfs, das Angebot, die Ausschreibung an die Helferinnen und Helfer, die Besetzung, die Helferstunden, die Rechnung.

Fairerweise gesagt: Das System, das diesen Teil in vielen Verbänden seit Jahren übernimmt, kann all das. Bemessung, Ausschreibung, Dienst, Abrechnung – es funktioniert, es ist erprobt, und es hat eine ganze Generation von Sanitätsdiensten zuverlässig durch die Wochenenden getragen. Dafür Hut ab, ganz ohne Ironie.

Was es nicht (selber) kann, ist der Teil, der bei uns zu Hause ist: die Einsatzdokumentation und alles, was daran hängt. Und genau deshalb laufen heute zwei Systeme nebeneinander – zwei Anmeldungen, zwei Stammdatenpflegen, zwei Meinungen darüber, wer eigentlich welche Qualifikation hat, und ein Dienst, der auf dem Weg vom Plan zur Dokumentation einmal die Welt wechselt.

Wir schließen diese Lücke jetzt von unserer Seite. Und ja, in Teilen bauen wir damit nach, was es schon gibt – nur eben zusammenhängend, an einem Stück, und, verzeiht die Eitelkeit, deutlich schöner. In MEIDOK hängt nämlich alles an einer Quelle: Die Bemessung sagt „ein RTW“. Der Ressourcentyp weiß, wie dieser RTW besetzt sein muss. Daraus entstehen die Bedarfszeilen der Schicht. Gegen die prüft die Meldung eines Helfers, ob er auf diesen Platz passt. Und aus denselben Zeilen entstehen die Positionen des Angebots. Eine Eingabe, vier Ergebnisse – und am Ende eine Rechnung, die zum Dienst passt, weil sie aus ihm entstanden ist, und ein Dienst, dessen Protokolle im selben System liegen wie seine Planung.

Zwei Kleinigkeiten, auf die wir besonders stolz sind. Erstens die Bemessung: Sie liefert nicht nur eine Zahl, sondern sagt auch dazu, was das Verfahren gar nicht kennt – Witterung, Alkohol, Altersstruktur, räumliche Ausdehnung. Eine Ersteinschätzung bleibt eine Ersteinschätzung, aber eine ehrliche. Zweitens: Der Veranstalter beschreibt seine Veranstaltung über ein Formular, ganz ohne Login. Und weil MEIDOK von Anfang an für das Gerät in der Jackentasche gebaut wurde, meldet sich der Helfer nicht am Schreibtisch, sondern dort, wo er gerade ist.

Ehrlich bleiben gehört dazu: Fertig ist das Modul noch nicht. Es ist das umfangreichste Vorhaben unserer bisherigen Geschichte, und wir liefern es bewusst erst dann aus, wenn die Kette an keiner Stelle abreißt. Wer vorab einen Blick darauf werfen möchte: Meldet Euch. Wir zeigen es gern.

Ab Ende September: Wir räumen das Supportportal auf

Bleibt ein Punkt, der uns wichtig ist. Wenn man mit voller Kraft an den Grundmauern arbeitet, bleibt anderes liegen – und dazu gehören einige Eurer Meldungen im Supportportal, die länger auf eine Rückmeldung warten mussten, als uns lieb ist. Das wissen wir, und wir haben nichts davon vergessen.

Ab Ende September nehmen wir uns die offenen Tickets wieder Stück für Stück vor, arbeiten sie ab und melden uns zu jedem einzelnen zurück. Ihr bekommt also Post von uns.

Danke fürs Geduldhaben – und fürs Weitermelden. Jede Eurer Rückmeldungen macht MEIDOK ein Stück besser, auch die unbequemen.

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